Sportsteuer in Weißenfels

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Sportsteuer in Weißenfels

Beitrag  mkabisch am So März 29, 2009 4:52 pm

Auf der letzten Sitzung des Weißenfelser Stadtrates wurde das Haushaltskonsolidierungskonzept für den Zeitraum 2009-2013 beschlossen.
Gegenstand des Konzeptes ist es, Sportvereine und ihre Mitglieder zur Kasse zu bitten.
Dies liest sich im Konzept wie folgt:

„Als weitere Konsolidierungsmaßnahme soll eine Kostenbeteiligung der Vereine an den Sachkosten durchgesetzt werden. Die Erhebung von durchschnittlich 1,- € pro Mitglied und Monat bedeutet einen verringerten Zuschussbedarf. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt eingesparte Sachkosten der Vereins- und Jugendarbeit direkt der Sportförderung zur Verfügung zu stellen!“

Dies bedeutet für einen Verein mit ca. 300 Mitgliedern eine Mehrbelastung von sage und schreibe 3600€. Rechnet man den Gesamtbetrag von der zu erzielenden Einnahmen im Jahr 2009 in Höhe von 20000 € und in den Folgejahren von jeweils 50000€ zusammen, kommt man auf einen Betrag von 220.000 € den unserer Vereine in diesem Zeitraum Aufbringen müssen.

In der Argumentationsweise der Befürworter wird sehr häufig mit der Aussage argumentiert, dass die Betriebskosten für die städtischen Sportstätten in den letzten Jahren drastisch gestiegen sind.
Ausgeblendet wird bei solchen Aussagen, was die Vereine im Gegenzug der Stadt Weißenfels und dem Gemeinwesen in der Stadt Weißenfels hierbei zurückgeben.
Gerade Sport ist ein wichtiges Mittel um Jugendliche zu integrieren, sie sinnvoll zu beschäftigen. Dort lernen sie Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Das macht sie fürs Leben stark und sie sind gewappnet, ihr Leben eventuell auch ohne Drogen zu meistern.
Des Weiteren beteiligen sich die Vereine kostenlos an Festen und bereichern somit unsere Stadt. Ein Verein bietet z.B. allen Kindergartenkindern ein kostenloses Training. Dies macht dieser Verein ehrenamtlich!!!
Einweiterer Aspekt die Vereine nicht weiter zu belasten ist, die ehrenamtliche Arbeit um Kinder und Jugendliche zu trainieren. Ein Verein im Sportbereich leistet durch Trainerarbeit im Jugend- und Erwachsenenbereich ca. 4500 Stunden im Jahr.

Wie oben bereits erwähnt, zahlen die Sportvereine in den nächsten 5 Jahren ca. 220.000 Euro. Einige werden sagen, die bekommen sie zurück, da ja die eingesparten Sachkosten direkt der Vereins- und Jugendarbeit in die Vereine zurückfließen soll. Also es fließen nicht die 50.000 € zurück, sondern nur eingesparte Sachkosten. Das heißt wenn die Vereine nicht selbst an den Betriebskosten sparen gibt’s auch nichts zurück. Mal angenommen, die Vereine würden Sachkosten sparen, obwohl ich mir nicht vorstellen kann dass man ein Handball, Fußball, Unihockey oder Volleyballspiel bei Kerzenschein austragen kann und im selben Jahr steigen die Kosten für Energie, dies würde bedeuten, dass die Vereine gespart haben aber diese Einsparungen durch externe Kostenerhöhung zu nichte gemacht werden. Also völlig ungerecht. Werfen wir noch kurz einen Blick darauf wie sich diese städtischen Einrichtungen finanzieren. Ein Großteil der Einnahmen des Sport- und Freizeitbetriebes werden durch die Gewinne der Stadtwerke Weißenfels erzielt. Jeder Strom- und Gaskunde der Stadtwerke bezahlt also schon die Betriebskosten der Sporthallen durch seinen individuellen Strom- und Gaspreis. Sportler zahlen nun doppelt.
Einen Antrag von mir diese Sportsteuer nicht einzuführen, scheiterte im Stadtrat. Lediglich 7 Stadträte stimmten für meinen Antrag!!!

Ich bin der Meinung die Sportsteuer muss weg!!!

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